Verbandsrunde vom 28.01.2018

Liebe Schachfreunde,

vergangene Verbandsrunde hatte es in sich. Während unsere 1. Mannschaft auswärts mit Heitersheim Vorlieb nehmen musste, spielte die 2.Mannschaft ebenfalls auswärts gegen die Schwarze Pumpe aus Freiburg. Dabei hatte es keine Mannschaft leicht und vor allem gegen Schwarze Pumpe häuften sich die Fehler. Der Höhepunkt: Die haarsträubende Aufgabe eines Waldshuters in ausgeglichener Stellung.
Damit zum Spielverlauf:

Beginnen möchte ich mit unserer 1.Mannschaft, die glücklicherweise vollzählig antreten konnte. Nachdem Dennis Eschbach ganz überraschend sein letztes Spiel verlor, setzte er diesmal alles daran, erneut den vollen Punkt zu holen. In einer äußerst unkonventionellen sizilianischen Eröffnung, die in den Grand-Prix Angriff mündete, begab man sich nach einer Zeit in eine Stellungswiederholung. Dabei wurde vor allem im Zentrum um Vorteil gekämpft.
Dahinter entschied sich Udo Düssel für die Zwei-Springer Verteidigung gegen den italienischen Aufbau seines Gegners und spielte eine Variante, die man sonst recht selten sieht und die so einige Gefahren mit sich bringt. Nachdem man also scheinbar der geläufigen Variante folgte, stellte Udo plötzlich eine Figur ein. Er gab sofort auf.
Sigi konnte gegen die sizilianische Eröffnung seines Gegners, einer ihm bekannten Abwicklung folgen und versuchte sich in einer Neuerung. Dies führte zum Erfolg. Nach 26 Zügen einigte er sich mit seinem Gegener auf ein verdientes Remis.
Dahinter folgten Mark und sein junger Gegner einer königsindischen Variante, in der Weiß in der Regel 7.Te1 spielt. Marks Gegner entschied sich allerdings für De1, sodass sich das Spiel früh zu einer interessanten Partie entwickelte. In dieser lange Zeit eigentlich ausgeglichenen Partie verlor Mark dann einen Bauern und versuchte sich umsichtig zu verteidigen. Der Gegner spielte aber munter weiter und als ein weiterer Bauernverlust drohte, gab Mark auf.
Am Nachbarbrett versuchte Norbert der französischen Verteidigung seines Gegners zu entgehen und spielte auf 1.e4 e6, 2.d3 und geriet folglich mit der Antwort c5 in sizilianische Gefilde, das sich später sogar in eine Art Königsinder verwandelte. Dieser hochinteressanten Partie folgte ein offener Schlagabtausch in der schließlich auch eine Unachtsamkeit Norberts die Partie entschied.
Peter spielte so, wie man ihn kennt, ganz furchtlos die Bird-Eröffnung und begab sich mit 7.Sa3 früh auf steinige Trampelpfade. Diese waren in der Tat steinig und zwar so steinig, dass sich der Springer auf a3 in Zug 13 wieder auf heimisches Terrain nach b1 begab. Doch furchtlos wie Peter und sein Springer sind, fand er sich doch in Zug 20. wieder auf a3. Dabei hatte sich auf dieser interessanten Reise viel getan, stand doch auch ein gegnersicher Bauer äußerst bedrohlich auf c3 und nahm dem Springer alle Felder. Dieser fand sich in Zug 25 wieder auf b1 und konnte letztlich gar nicht mehr ziehen. Doch Peter nutzte seinen Springer auf b1 und konnte viele schöne Drohungen aufstellen. Letztlich brachte auch hier der Verlust eines Turms die Partie in die gegnerische Tasche.
In einer klassischen schottischen Eröffnung (Mieses Variante) erzielte unser bereits etablierter und äußerst gut spielender (ungeschlagen) Tim Weidenbach ein verdientes Remis und auch Klaus Amann trug das seinige bei, indem er ein Remis in der Trumpovsky Variante seines Gegners erzielte.

Somit ging leider ein schwieriger Tag gegen einen starken Gegener mit 2:6 gegen uns aus. Dafür stehen wir in der Tabelle gar nicht so schlecht dar, konnten wir doch bereits ein Spiel gegen Pfullendorf gewinnen.

SpielMNrHeim-MannschaftDWZMNrGast-MannschaftDWZErg.Erg.Attr.Erw.
BrettTNrSpielerDWZTNrSpielerDWZErg.Erg. Erw.

 

 

24SC Heitersheim20922SGEM Waldshut-Tiengen   (A)206862 4.25
1 pgnviewer 1 Flick,Antoine 2333 1 Eschbach,Dennis 2412 ½ ½   0.39
2 pgnviewer 2 Prill,Daniel 2188 3 Düssel,Udo 2165 1 0   0.53
3 pgnviewer 3 Merkel,Markus 2159 4 Lossau,Siegfried 2099 ½ ½   0.58
4 pgnviewer 4 Grunau,Christoph 2179 6 Zichanowicz,Mark 2054 1 0   0.67
5 pgnviewer 6 Boes,Julian 2069 7 Strittmatter,Norbert 2010 1 0   0.58
6 pgnviewer 9 Malcher,Wilfried 1960 8 Zimmermann,Peter 2042 1 0   0.39
7 pgnviewer 10 Prill,Gerhard 1948 10 Weidenbach,Tim 1889 ½ ½   0.58
8 pgnviewer 12 Groß,Markus 1896 12 Amann,Klaus 1874 ½ ½   0.53

https://bsv-ergebnisdienst.de/?p1=0:ee:VLS-17-5-2

Tabelle:

RangMannschaftSpieleMP+MP-BrettptBW
1 SF Sasbach 5 10 0 34½ 148
2 SC Emmendingen   2   (N) 5 10 0 30½ 129
3 SC Oberwinden   (A) 5 7 3 21½ 85
4 OSG Baden-Baden   4 5 6 4 20½ 90½
5 SGR Kuppenheim 5 6 4 19½ 85½
6 SF Gottmadingen 5 5 5 20 93
7 SC Heitersheim 5 2 8 15½ 76
8 SGEM Waldshut-Tiengen   (A) 5 2 8 15 73½
9 SK Lahr 5 2 8 12½ 63
10 SC Pfullendorf   (N) 5 0 10 10½ 56½

aus: https://bsv-ergebnisdienst.de/?p1=0:pa:VLS-17-5
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Nun kommen wir zum unschönen Tag der 2. Mannschaft in Freiburg. Nachdem am morgen bereits Konrad Schönherr aus privaten Gründen absagen musste und ebenfalls Felix Orlin absagte, wartete man um 10 Uhr noch händeringend auf das Erscheinen von Jens Berneck aus Baden-Baden. Zum Glück erschien er noch, konnte dann aber doch noch gut 10 Minuten auf den Beginn der Runde warten, da auch nicht ganz klar war, ob die Schwarze Pumpe vollzählig antreten konnte. Zu unserem Glück waren auch sie nicht vollzählig.
Nachdem die Paarungen erstellt waren, ging es dann auch gleich schon los.

Nach etwa einer Stunde sah es doch recht gut an den einzelnen Bretter aus, wie das so häufig der Fall ist. Doch irgendwie ließ sich der letzte Biss vermissen. Heinz' Gegner hatte eine Leichtfigur geopfert und dafür drei Bauern erhalten. Folglich sah es nach einem offenen Schlagabtausch aus, den Heinz leider kräftetechnisch nicht ganz durchhielt, als er den vierten Bauern verlor, musste er aufgeben. Kurz darauf verlor auch Karsten seine Partie. Als er im Stonewall die h-Linie öffnete, hoffte ich inständig, dass der Gegner diese nicht für einen Königsangriff nutzen konnte. Doch leider kam es dann doch wie befürchtet. Karsten konnte seine Stellung nicht mehr halten und gab auf.
Der nächste im Aufgebereigen war Wolfgang, der zunächst furchtlos in einem ihm bekannten Stellungstyp aufspielte, dann aber plötzlich einer Unachtsamkeit wegen aufgeben musste.
So war also die Niederlage bereits amtlich, was sich vor allem im Kopf einer Person bemerkbar machte: Als Jens Berneck seinen Gegner in einer französischen Variante lange Zeit ärgerte und sogar den Abtausch des guten weißfeldrigen Läufers des Weißspielers gegen einen Springer erzwingen konnte, sah die Stellung gefestigt und nach Remis aus. Doch dann kam es zu einer Aktion, die in die Annalen der Schachgeschichte eingehen sollte. Kurz nach der, für Jens, unerklärlichen Niederlage Wolfgangs und des abgelehnten Remisangebots des Gegners von Ernst an Brett 1, schlug Jens einen Bauern auf der 2 Reihe und positionierte seinen Turm aktiv. Die anschließende Drohung von Seiten des Läufers sah er noch und schlug dennoch den Bauern. Als er also nach der Drohung den Turm EIGENTLICH wieder auf das Ausgangsfeld bringen wollte, wo er sicher stand, entschied er sich auf den zweiten Blick für ein anderes Feld, wo dem Gegner nun ein Abzugsschach gelang, welches die Qualität gewann. Nachdem ich dies also merkte, gab ich sofort auf, ohne mir die Stellung genau anzusehen unterschrieb das Partieformular und machte mich auf den Rückweg. Daheim angekommen merkte ich meine Dummheit. Obwohl ich scheinbar einen Turm gegen eine Leichtfigur verlor, stand ich doch leicht besser und konnte mir diesen Bock sogar erlauben. Obwohl das ursprünglich gedachte Feld natürlich der bessere Zug war, so war die Partie keinesfalls verloren, sondern ein sicheres Remis. Insofern entschuldige ich mich vielmals bei der Mannschaft für meine ungestüme Entscheidung, die, betrachtet man das Ergebnis, langfristig keinen Unterschied machte. Hier die Partie zum nachspielen (Jens mit Schwarz):
1.e4 e6, 2.d4 d5, 3.Sc3 Lb4, 4.e5 Se7, 5.Dg4 Sf5, 6.Ld3 h5, 7.Df4 Sc6, 8.Sf3 Th6, 9.Ld2 Tg6, 10.Lf5 exf5, 11.Sg5 f6, 12.exf6 gxf6, 13.Sf3 Lxc3, 14.Lxc3 Txg2, 15.Dh6 Le6, 16.Dxh5+ Kd7, 17.Ld2 De7, 18.0-0-0 Txf2, 19.Le3 Txe2, 20. Se5+ 1:0 (Man bemerke, dass 20... fxe5, 21.Dxe2 f4, 22. Ld2 f3 (oder Tf8), 23.Dxf3 Sxd4 ganz gut aussieht. Selbstredend ist die Variante 19...Tg2, 20.Sh4 Tg4, 21.Sxf5 Lxf5, 22.Dxf5 De6 die sicherere Variante.)
Auch Christian, der lange Zeit gut aufspielte und Ernst, der ebenfalls gute Aussichten auf ein Remis hatte, verloren beide nach langem Kampf ihre Partien, sodass das Endergebnis eine echte 0:7 Klatsche war.

Insofern insgesamt kein guter Tag für die zweite Mannschaft. Man kann nur hoffen, dass es langfristig gesehen besser wird.

SpielMNrHeim-MannschaftDWZMNrGast-MannschaftDWZErg.Erg.Attr.Erw.
BrettTNrSpielerDWZTNrSpielerDWZErg.Erg. Erw.

 

 

24Schwarze Pumpe FR18012SGEM Waldshut-Tiengen   2   (A)159470 5.63
1 2 Döserich,Jürgen 1993 18 Lengweiler,Ernst 1556 1 0   0.94
2 4 Schoch,Thomas 2029 19 Berneck,Jens 1670 1 0   0.90
3 6 Grübner,Dietrich 1851 22 Malzacher,Wolfgang 1732 1 0   0.66
4 7 Deigner,Freddy 1837 23 Feidel,Christian 1581 1 0   0.82
5 12 Rode,Stefan 1627 24 König,Karsten 1310 1 0   0.87
6 13 Lenz,Olaf 1675 27 Ebner,Heinz 1714 1 0   0.44
7 17 Steinbrenner,Helge 1597       + - k 1.00
8             - - k

https://bsv-ergebnisdienst.de/?p1=0:ee:BLS3-17-5-2
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Bis zum nächsten Mal also.

Euer,

Jens