HURRA ! SIEG!
Wir sind jetzt unabsteigbar! Mit dem knappen Sieg gegen nur 6 Heidelberger Spieler konnten wir trotz größter Personalprobleme endlich den Klassenerhalt sichern. Wir spielten mit dem letzten Aufgebot. Wegen der Terminüberschneidung mit der Schweizer SMM fehlten so viele Spieler, dass wir ebenfalls nur zu siebt angetreten wären, wenn auch nur ein weiterer Spieler kurzfristig ausgefallen wäre. Dann hätte es zum Sieg schon nicht mehr gereicht. Also vielen Dank an alle, die eigentlich gar nicht spielen wollten aber von mir zum Einsatz genötigt wurden. Gut gemacht. Jetzt aber zum Spiel:
Heidelberg kam zwar nur zu sechst, war aber immer noch kampfstark. Der „schwächste“ Spieler hatte über 2200 DWZ, das will was heißen. Bei einem 2 zu 0 Rückstand gab es seitens der Heidelberger Kämpen natürlich keine schnellen Remisangebote. Kampf war angesagt und bei der ersten Zeitkontrolle war noch keine einzige Partie beendet. Der Reihe nach:
Dennis hatte es an Brett 1 mit IM Gschnitzer zu tun. In einer sehenswerten Partie kam Dennis aus seiner halbslawischen Verteidigung gut heraus und opferte aufgrund einer älteren Analyse einen Springer für 2 Bauern der gegnerischen Rochadestellung und jede Menge Angriffschancen. Gschnitzer verbrauchte viel Zeit, konnte die Stellung aber halten. Als Zuschauer konnte ich nicht sagen, wer eigentlich besser steht. Alles sehr scharf und unklar. Patrick hatte es am dritten Brett mit IM Wippermann zu tun. Dieser hatte die Eröffnung mit Weiss ziemlich ambitionslos behandelt, so dass Patrick im Mittelspiel eine solide, verteidigungsfähige Stellung erhielt. Wippermann versuchte nun stundenlang den statischen Bauernblock von Patrick auszunutzen, was ihm aber nicht gelang. Mit der Zeit machte ich mir Hoffnungen auf ein Remis. Toni hatte am vierten Brett einen schweren Stand. Nach einer Eröffnungsungenauigkeit durch eine zu frühe Entwicklung des schwarzfeldrigen Läufers (erstaunlich: zu frühe Entwicklung) geriet seine Dame früh ins Abseits auf a3. Der stark aufspielende Heidelberger Vonthron nutzte dies sehr gut aus und verbesserte seine Stellung ständig. Trotz sehr zähem Widerstand von Toni zeichnete sich hier bereits seit der 2. Stunde eine Niederlage ab. Der Punktevorsprung schmolz dahin. Am fünften Brett feierte Bruno seinen diesjährigen Einstand in der ersten Mannschaft. In einer damenindischen Verteidigung erzielte er zunächst eine ausgeglichene Stellung. Nach einer etwas passiven Fortsetzung ergriff Weiss die Initiative, opferte auf f7 einen Springer und Griff heftig den ins Freie gelockten König von Bruno an. Die Stellung war sehr unklar und hier konnte noch alles passieren. Am sechsten Brett hatte Mark das Glück auf einen Skandinavisch spielenden Gegner zu treffen. Er erhielt relativ einfach eine leicht bessere Stellung und für mich war ein Remis das wahrscheinlichste Ergebnis, Mark könnte aber auch gewinnen. Am siebten Brett erzielte Georg gegen den Katalaner seines Gegners ebenfalls klaren Ausgleich. Ein Remis war hier ebenfalls wahrscheinlich. Es sah also nach 4 Stunden nach einem knappen Sieg für uns aus.
Dann geschah das, was mir in dieser Saison schon viele graue Haare bescherte. Wir begannen, Geschenke zu verteilen. Anstatt langfristig auf Figurentausch zu spielen schwächte Georg seine Königsstellung durch einen unvorsichtigen Bauernzug und büßte prompt einen Bauern ein. Das sah nicht mehr gut aus, zumal sein Gegner gut aufspielte und einen „siegbringenden“ Gesichtsausdruck zur Schau trug. Auch Mark war großzügig. Er stürmte mit seinem d-Bauern auf ein 6 (!) Mal angegriffenes Feld und wunderte sich anschließend, dass der Bauer verloren ging. (Sorry Mark, aber ich musste das einfach schreiben.) Der Gegner verfügte nun über einen freien, gedeckten, zentralen Mehrbauern. Das sah auch nicht mehr gut aus. Brunos Gegner fiel nichts wirklich Gutes mehr ein und lief in einen blitzsauberen Konter. Aber just als Bruno mit Dh3 die sofortige Aufgabe erzwingen konnte, zog er die Dame zur Verteidigung zurück. Oh Weh! Nach mehreren Figurenabtauschen entstand ein Endspiel welches letztlich unentschieden ausging. Die schon lange auf Verlust stehende Partie von Toni wurde jetzt aufgegeben. Patrick konnte Remis erzielen, nachdem sein Gegner endlich einsah, dass er das Bauernendspiel nicht gewinnen kann. Georg musste dann ebenfalls eine Niederlage quittieren und der Zwischenstand lautete nun 3:3. Mark hatte einen Minusbauern und die Stellung von Dennis war immer noch sehr unklar. Dann lief es wieder besser. Marks Gegner fiel nichts ein und es lief ihm die Bedenkzeit davon. Die logische Folge war ein Remisangebot, welches Mark natürlich annahm. Weiterspielen allein auf die Zeitnot des Gegners wäre unsportlich gewesen und bei der Zeitzugaberegel auch wenig aussichtsreich. Es kam also alles auf Dennis an beim Spielstand von 3,5:3,5.
Hier tat sich Erfreuliches. Gschnitzer übersah unter Zeitdruck eine mehrzügige Schlagkombination, die zwar den Angriff beendete und ins Endspiel überleitete, gleichzeitig Dennis aber nochmals 2 Bauern bescherte. Er hatte jetzt bereits 4 Bauern für die Figur und vor allem eine gute Stellung, die den gegnerischen Turm und König auf der Grundreihe festnagelte. Damit war die Partie für Heidelberg nicht mehr zu gewinnen und der Klassenerhalt so gut wie sicher. Auch unentschieden reichte uns bereits. Es kam aber noch besser. Nach langem Kampf gewann Dennis das Endspiel und unser Sieg war eingefahren.
Jetzt können wir in aller Seelenruhe in drei Wochen das letzte Spiel in Buchen absolvieren und ich freue mich schon auf die entspannte Atmosphäre, denn für Buchen geht es ebenfalls um nichts mehr.
Viele Grüße
Udo